nils_macht_sachen

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Geschichte 1
Man sagt, morgens soll man einige Minuten in den Himmel schauen, in die Helligkeit des Tages, um wachzuwerden und den Tag zu beginnen. Ich mache das gerne. Mein Körper fühlt sich dann so an, als hätte ich durch meine Augen die Kraft für einen neuen Tag eingesogen. Scheint die Sonne, ist es manchmal unmöglich in den Himmel zu schauen. Dann spüre ich, wie ein stechender Schmerz an der Oberseite meiner Augäpfel mich zwingt, die Augen zu schließen. Aber sogar durch die geschlossenen Lider drängt sich die eindringliche Helligkeit in meinen Kopf. Die Dunkelheit der Nacht wird aus allen Ecken verdrängt und abgelöst von einer warmen Masse. Ich denke dabei an eine Terrasse in Athen, auf der ich häufig die ersten Minuten meines Wachzustandes verbracht habe. Es war so hell in der weißen Stadt. Ich mag das Gefühl eines neuen Tages sehr. Es ist so unaufhaltbar, wie jeden Tag das Licht die Nacht vertreibt.

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Der Himmel ist so weit weg. Es ist hell, vor allem wenn ich nach oben schaue. Schmale Streifen, hellblau. Wenn ich gerade aus schaue, sehe ich viel Beton, viele grauweiße Wände, Ecken. Mit bunten Bildern. Es kommt mir so vor als würde ich mich entlang vieler Hauswände schlängeln. Um einige Hindernisse herum, auf und ab. Jede Treppe führt woanders hin.

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Immer muss ich auf den Boden schauen, um nicht zu stolpern oder gegen irgendetwas zu laufen. Überall passiert etwas anderes, so viele Kanten und unterschiedliche Oberflächen. Unterarmgroße Fliesen, glatt, machmal mit Streifen, manchmal mit Knubbeln. Und zwischendurch ein Bordstein aus Marmor, wie ein Schatz in der Beton und Asphaltmasse, der sich farblich so gut eingliedert, aber so anders anfühlt. Wie ein Kissen, so weich und abgerundet, liegt er zwischen den spröden Kanten. Geradeaus geht nicht. Ich muss da herum und dort herüber. Zusammengewürfelte Wege, labyrinthisch verknüpft. Ich kann mich überall hindurch schlängeln und komme immer woanders an. Es gibt keine klaren Regeln, kaum Möglichkeiten sich zu orientieren. Für mich sehen viele Ecken ähnlich aus. Und genau diese geringe Unterschiedlichkeit macht es auch so stimmig. Alles lässt sich miteinander verbinden und sieht passend aus. Ein Boden kann zur Decke werden, ein Weg zum schmalen Streifen Himmel und ein steiniger Felsen gleicht einer Hauswand. Labyrinth durch alle Ebenen. Wildes Durcheinander und doch so harmonisch.

Geschichte 1
Bühnenraum

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